Webentwicklung

WordPress oder individuelle Entwicklung? Eine ehrliche Entscheidungshilfe

Diese Frage höre ich in fast jedem Erstgespräch. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Hier erfahren Sie, worauf genau.

3 Min. LesezeitVon Cenk Yagkan

Die Kurzantwort

  • WordPress, wenn Ihr Team viele Inhalte selbst pflegen will und Ihre Anforderungen denen vieler anderer Websites ähneln.
  • Individuelle Entwicklung, wenn Ihre Website mehr können soll als informieren, etwa Daten verarbeiten, Systeme anbinden oder Kunden einen eigenen Bereich bieten.
  • Eine schlanke, statische Website, wenn sich Inhalte selten ändern und Geschwindigkeit, Sicherheit und wenig Wartung im Vordergrund stehen.

Wann WordPress die richtige Wahl ist

WordPress ist weit verbreitet, gut dokumentiert, und für viele Aufgaben gibt es fertige Erweiterungen. Es passt, wenn

  • mehrere Personen regelmäßig Inhalte veröffentlichen, etwa News, Jobs oder Referenzen,
  • ein klassischer Seitenaufbau ausreicht,
  • Sie unabhängig von einer einzelnen Agentur bleiben möchten.

Entscheidend ist eine saubere Umsetzung: wenige, gut gepflegte Plugins und eigene Eingabemasken für wiederkehrende Inhalte. Für einen Kunden aus dem Gewerbebau habe ich zum Beispiel eine Eingabe für Immobilien gebaut, die so einfach funktioniert wie ein Inserat auf einem Immobilienportal.

Wann sich individuelle Entwicklung lohnt

Individuelle Entwicklung, zum Beispiel mit Next.js oder Python, spielt ihre Stärken aus, wenn

  • Ihre Website mit CRM, ERP oder anderen Systemen Daten austauscht,
  • Kunden oder Partner sich einloggen und eigene Daten sehen sollen,
  • Berechnungen, Konfiguratoren oder Dashboards gefragt sind,
  • Geschwindigkeit und Sicherheit oberste Priorität haben.

Der Preis dafür: Für Änderungen an den Funktionen brauchen Sie einen Entwickler. Inhalte lassen sich aber auch hier über ein angebundenes Redaktionssystem selbst pflegen.

Der unterschätzte dritte Weg: statische Websites

Viele Unternehmenswebsites ändern sich nur ein paar Mal im Jahr. Für sie ist eine statische Website oft die beste Wahl. Sie besteht aus fertigen HTML-Seiten, braucht weder Datenbank noch Plugin-Updates und lädt entsprechend schnell. Die typischen Sicherheitslücken veralteter Plugins gibt es hier gar nicht erst.

Diese Website ist übrigens genau so gebaut.

Der Vergleich auf einen Blick

KriteriumWordPressIndividuellStatisch
Inhalte selbst pflegensehr gutgut, mit Redaktionssystemeingeschränkt
Eigene Funktionenüber Plugins, begrenztnahezu unbegrenztkaum
Ladezeitabhängig von Pluginssehr gutsehr gut
Wartungsaufwandregelmäßige Updatesgering bis mittelsehr gering
Startkostenniedrig bis mittelmittel bis hochniedrig

Laufende Kosten nicht vergessen

Bei WordPress fallen regelmäßig Updates für Kern, Theme und Plugins an. Bleiben sie aus, wird die Website mit der Zeit zum Sicherheitsrisiko. Rechnen Sie Wartung deshalb von Anfang an mit ein, egal für welche Variante Sie sich entscheiden.

Drei Fragen zur Entscheidung: Wer pflegt die Inhalte? Was soll die Website außer Informieren noch können? Und wie viel Wartung möchten Sie übernehmen?

Fazit

Die beste Technik ist die, die zu Ihren Abläufen passt. Wenn Sie die drei Fragen oben beantworten können, ist die Entscheidung meist schnell getroffen. Falls nicht, helfe ich Ihnen gerne dabei.